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Sie ist mittelgroß (das Körpergewicht beträgt 7 - 9 g) und unterscheidet sich von allen anderen heimischen Fledermäusen durch rostbraune Fellfärbung und leicht gekräuselte Rückenhaare. Ihren deutschen Namen hat sie nicht etwa wegen langen Augenwimpern, sondern wegen unregelmäßig verteilter, dünner Härchen, die die Schwanzflughaut überragen, erhalten.
Anders als die meisten Fledermausarten ist die Wimperfledermaus im Siedlungsgebiet recht häufig auch bei Tag zu sehen. Alleine oder in kleinen Gruppen halten sich die kleinen Gesellen unter dem vorspringenden Hausdach, besonders gerne in Winkeln zwischen den Sparren, auf. Der Bauch ist an die Unterlage angepresst, der Kopf weist nach unten. Die Anwesenheit der Untermieter ist leicht an den Kotkrümeln, die unter dem Hangplatz am Boden liegen, zu erkennen. Fledermausfreunde, die Jahr für Jahr und tagtäglich zu "ihren" Fledermäusen schauen, werden bald entdecken, dass diese im Frühjahr ihre Plätze einnehmen und im August wieder verlassen. Nach dem nächtlichen Jagdflug landet jedes Individuum fast immer am selben Ort wie am Vortag und im letzten Jahr. Es handelt sich vermutlich ausschließlich um Männchen, die im Sommer von den Weibchen getrennt leben.

Die Weibchen befinden sich zu dieser Zeit in größeren oder kleineren Gruppen in den Fortpflanzungsquartieren, den so genannten Wochenstuben, in warmen (25 - 30° C) Dachböden von Gebäuden ganz unterschiedlicher Größe (Burgen und Schlösser aber auch Einfamilienhäuser). Sie gebären und ziehen dort ihr einziges Junges auf. Im Burgenland befindet sich im Dachboden der Burg Lockenhaus mit mehr als 1000 Weibchen eine der größten Fortpflanzungskolonien Europas.
Den Winter verbringen Wimperfledermäuse in warmen (durchschnittlich 9° C) Höhlen, Stollen und Kellern. Sie verstecken sich dort in Fels- oder Mauerspalten, aber auch in Bodengeröll. Zwischen den Sommer- und Winterquartieren werden nur geringe Entfernungen (weniger als 100 km) zurückgelegt.
Die mittlere Lebenserwartung beträgt ca. 3 Jahre, das bisher bekannte Höchstalter jedoch 15.5 Jahre.
Wimperfledermäuse leben in gut strukturierter Kulturlandschaft mit (Schloss)parks, Obstgärten, Einzelbäumen, Laub- und Mischwäldern und Wasserflächen. Sie jagen am Rand von mit zahlreichen Bächen durchzogenen Nadel- und Mischwäldern, in alten Obstgärten mit dicht verwachsenen Büschen, an Mauern, in Kuhställen, über Misthaufen und Wasserflächen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Spinnen, aber auch aus einer Reihe verschiedener Insektengruppen, die von Oberflächen (Laub oder Blättern) bzw. Stallwänden (Fliegen) abgelesen werden.
Text: Dr. Friederike Spitzenberger
Fotos: Franz Lex,
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Wochenstube der Wimperfledermaus |