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Feldhase Nyomtatás E-mail

Wer kennt nicht Meister Lampe, der im März wie wahnsinnig auf den Feldern herumtollt, zu Ostern die Eier bringt und - viele Jäger sind des Hasen Tod - im Herbstnebel auf abgeernteten Äckern zur Strecke gelegt wird?

Der Feldhase war ursprünglich ein Steppenbewohner, heute lebt er in unserer Kulturlandschaft auf Äckern und Wiesen, recht selten auch im Wald. Er selbst ernährt sich ausnahmslos von Pflanzen, ist aber mit 3,5 bis 5 kg Körpergewicht die Vorzugsbeute für viele Greifvogelarten ab Bussardgröße, für Uhu und Fuchs.

 

Seine Gestalt und sein Verhalten sind daher von der Notwendigkeit, in der offenen Landschaft jederzeit den Feind erkennen und vor ihm fliehen zu können, bestimmt. Dazu dienen z. B. seine merkwürdigen Proportionen: Ohren und Hinterfüße sind etwa gleich lang, der Schwanz ist ein wenig kürzer. Der Kopf ist im Vergleich zum Körper ziemlich groß und die Augen sitzen knapp vor den Ohren hoch oben auf der Stirn und blicken zur Seite und nach oben. So kann er auf den anschleichenden Fuchs lauschen, den Himmel nach Greifen absuchen und im Fall des Falles urplötzlich in einen Sprunggalopp verfallen und Haken schlagend mit bis zu 70 Stundenkilometern flüchten. Bei diesem Sprunggalopp setzen die Hinterbeine weit vor den Vorderbeinen auf, der Rücken krümmt und streckt sich und kurzzeitig sind alle vier Extremitäten in der Luft. Die Sprungkraft ist gewaltig: Bei knapp 60 cm Körperlänge springt der Hase bis zu 2,7 m weit und 3 m hoch.

 

Der Feldhase hat keinen Bau und kein Nest, in denen er sich verstecken könnte. Wenn er ruht, liegt er flach in einer Mulde, der Sasse, und tarnt sich mit Hilfe seiner Färbung. Auch die Jungen kommen am freien Feld zur Welt. Sie sind ab Geburt voll behaart und können sehen und sich bewegen. Bei Gefahr drücken sie sich bewegungslos auf den Boden. Im Alter von vier Tagen trennen sich die Jungen eines Wurfs und verstecken sich einzeln in einiger Entfernung vom Setzplatz. Sie werden nur einmal täglich gesäugt. Zum Säugen treffen sie sich in der Nähe des Setzplatzes. Etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang kommt die Häsin und säugt jeden Junghasen ca. 3 Minuten lang. Trotz aller Vorsicht kommen nur wenige Junghasen durch – sie werden Beute von Rabenvögeln, kleinen Greifen und Raubtieren.

 

Um die hohe Ausfallsrate zu kompensieren, sind Hasen ungewöhnlich fruchtbar. Unter günstigen Umständen kann eine Häsin pro Jahr 20 Nachkommen haben. Ohne Pause folgt eine Trächtigkeit nach der anderen und in Ausnahmefällen kann eine neue Trächtigkeit schon vor der Geburt der Föten beginnen.

 

Besonders am Beginn der Paarungssaison fallen Hasen durch lebhafte Paarungsspiele, die bei Tag stattfinden, auf. Sie treffen sich in Gruppen am Rammelplatz, verfolgen einander rennend, Männchen und Weibchen liefern sich heftige Auseinandersetzungen, die Boxkämpfen ähneln, bevor das Weibchen endlich in die Paarung einwilligt.

 

Zu intensive Landwirtschaft hat die Bestände des Feldhasen in der Kulturlandschaft stark dezimiert. Er war einst ein häufiges Niederwild – in optimalen Revieren lag die jährliche Strecke bei bis zu 90 Hasen pro 100 ha. Derzeit ist in manchen Jahren die Dichte so gering, dass die Jagd zwecks Erholung der Bestände in manchen Revieren ganz eingestellt wird.

Text: Dr. Friederike Spitzenberger

 
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