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Naturpark Raab
Informationsstelle Jennersdorf
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8380 Jennersdorf
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Amphibien: Frosch, Kröte, Salamander & Co. Print E-mail

Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander

Das Wort "Amphibium" kommt aus dem Griechischem und bedeutet "doppellebig", also im Wasser und auf dem Land lebend. Zu den Amphibien in unserer Gegend zählen die Froschlurche (Frösche, Kröten, Unken) und die Schwanzlurche (Molche, Salamander), die Einzelgänger sind. Bei einigen Plusgraden und feuchtem Wetter beginnen im Februar/März die Amphibienwanderungen. Sie verlassen ihre bis zu einige Kilometer entfernten Winterquartiere, um in Gewässer ihre Eier abzulegen, und wandern nach einigen Tagen zurück. Die Jungen atmen im mehrwöchigen Larvenstadium mit Kiemen.

Erdkröte im Schlafquartier

 

Schutzmaßnahmen im Naturpark Raab

 

Viele Amphibien kommen auf der Wanderung zu den Laichgewässern im wahrsten Sinn des Wortes unter die Räder, wenn sie auf ihren Wanderrouten Straßen überqueren. Sie verlassen ihre einige Kilometer entfernten Winterquartiere, um in Gewässer ihre Eier abzulegen, und wandern nach einigen Tagen zurück. Aus diesem Grunde werden seit vielen Jahren im Naturpark Raab an vier stark frequentierten Stellen Amphibienzäune aufgestellt. Mit den in die Erde eingelassenen Kübeln werden Kröten, Frösche und Molche zum Laichgewässer gebracht. Im Monat März 2008 nahmen an der slowenisch-österreichischen Grenze im Ortsteil Kalch der Marktgemeinde Neuhaus am Klausenbach 1.470 Erdkröten (84 % Männchen), 13 Grasfrösche und zwei Teichmolche den "Gratistransport" über die Landesstraße zum Laichgewässer in Anspruch. In der Stadtgemeinde Jennersdorf Richtung Grieselstein waren es 758 Erdkröten, 174 Springfrösche, neun Grasfrösche, fünf Grünfrösche und 32 Molche und in der Marktgemeinde St. Martin an der Raab, im Ortsteil Welten, waren es 203 Erdkröten, 465 Springfrösche, drei Grasfrösche und 24 Molche.

Lebensräume werden immer enger

Amphibien – ausgenommen Wasserfrösche und Unken, die im oder in der Nähe des Wassers leben - bevorzugen Wälder, Wiesen, Feldraine, Hecken und Hausgärten und feuchte Lebensräume wie Aulandschaften und Ränder von stehenden und fließenden Gewässern.

Froschlurche

 

 

Bei den Froschlurchen sind die Weibchen meistens größer als die Männchen. Bei vielen Arten verfügen die Männchen über Schallblasen (Paarungsrufe). Der Laich - in Klumpen oder Schnüren im Wasser schwimmend oder an Pflanzen, Totholz oder am Gewässergrund befestigt - kann je nach Art hunderte bis tausende Eier beinhalten.

 

Nach mehreren Tagen entwickeln sich fischähnliche Kaulquappen mit Ruderschwanz, die sich überwiegend vegetarisch von Algen und totem organischem Material ernähren und gelegentlich auch Kleinstlebewesen, Aas und bei Nahrungsknappheit sogar ihre schwachen Artgenossen fressen (Kannibalismus).

Metamorphose: Umwandlung von der Kaulquappe zum Landtier

Nach einigen Monaten findet die Metamorphose statt, wobei Hinterbeine und nach einigen Tagen vordere Extremitäten erscheinen, Ruderschwanz und Kiemen sich zurückbilden und eine Lunge entsteht. Froschlurche bewegen sich laufend, hüpfend, weit springend oder kletternd.

Umstellung der Nahrung: der Fastvegetarier wird ein reiner Fleischesser

Der lange Pflanzenfresserdarm verkürzt sich: Beginnend mit kleinen Tieren wie Milben, Läusen, Springschwänzen und Insektenlarven wird die Nahrung mit Mücken, Fliegen, Ameisen, Asseln, Käfern, Schmetterlingsraupen und anderen Insekten, Spinnen, Würmern und Nacktschnecken immer größer. Froschlurche haben keine Zähne; mit der klebrigen Zunge wird die Beute gefangen und im Ganzen verschluckt.

Froschlurche sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette

Obwohl gut getarnt und mit vielen Abwehrmechanismen ausgestattet, bereichern Froschlurche und ihre Larven den Speiseplan zahlreicher Tiere: Wasserinsekten und deren Larven, Fische, Molche, Schlangen, Sing-, Hühner-, Stelz- und Greifvögel, Spitzmäuse, Igel, Katzen, Iltis, Marder, Fischotter, Fuchs und Dachs.

Zu den gemeinsten natürlichen Feinden gehört die Krötenschmeissfliege. Sie heftet ihre Eier an den Körper der Froschlurche. Die Larven dringen durch die Nasenlöcher in den Körper ein und beginnen nach und nach die Kröten, Frösche und Unken von innen zu zerfressen, bis sie ermatten und elendlich zugrunde gehen.

Frösche, Kröten und Unken

 

 

Frühaufsteher: Schneewanderung des Springfrosches

Der zierliche, braune Springfrosch zieht schon im Februar los und laicht als erster ab. Den hohen und weiten Sprüngen aufgrund der langen Hinterbeine verdankt er seinen Namen.





Der Springfrosch (linkes Foto) unterscheidet sich vom Grasfrosch, die oft ähnlich gefärbt sind, durch den schlankeren Körperbau und die spitze Schnauze.

 

 

Der Grasfrosch ist geduldig: jedes Gewässer und jeder Lebensraum ist ihm recht




Grasfroschmännchen mit auffallend blauer Kehle (nur in der Laichzeit) im Gartenteich (16. März 2008)

Grünfrösche leben in der Nähe des Wassers und überwintern an Land

Die Körperoberseite der tag- und abendaktiven, kurzbeinigen Grünfrösche ist meist grün - seltener bräunlich - mit dunklen Flecken und einem hellgrünen Streifen entlang der Rückenmitte. Sie ernähren sich auch von jungen Fröschen.

 

Die vorhin erwähnten Frösche haben eine Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren.

Laubfrosch: das Chamäleon unter den Fröschen

Mit max. 5 cm Länge ist der Laubfrosch unser kleinster Frosch mit glatter grasgrün glänzender Haut, die er dem Untergrund anpassen kann: Von gelb über hellbraun bis hellgrau sind alle Farben möglich. Die Bauchseite ist weiß. Ein dunkler Flankenstreifen zieht sich vom Nasenloch über Auge und Trommelfell bis zur Hüfte. Die überwiegend nachtaktiven Kletterer sonnen sich tagsüber. Bei Bedrohung sondern sie Unmengen von Schleim ab und geben Abwehrlaute von sich. Laubfrösche können ein Alter von 20 Jahren erreichen.

Die Klettermaxe gehen sogar an Wänden hoch

 

 

Laubfrösche sind die einzigen einheimischen Frösche, die klettern können: Mit scheibenförmigen Haftballen an den Finger- und Zehenspitzen ausgestattet klettern sie nicht nur in Hecken, an Waldrändern und Bachufern in das Blattwerk von Bäumen und Sträuchern und in feuchten Wiesen und Sümpfen an Pflanzen hoch, sondern meistern sogar senkrechte Wände und Fensterscheiben (Saugnapf-Effekt).



Erwachsener Laubfrosch auf einer Weide und junger Laubfrosch kurz nach der Metamorphose auf einem Obstbaum

Die Kunst des Tarnens: Wechselkröten fallen mit ihren grünen Flecken (nicht) auf

 

 

Die Wechselkröte ist mittelgroß und besitzt eine kontrastreiche Färbung mit grünen Flecken auf hellem Grund und kann ihre Färbung rasch der Umgebung anpassen.

Sie werden ca. 10 Jahre alt. Die Paarungsrufe der Wechselkröten (ein melodisches Trillern: "ürr...ürr...ürr..") sind von Anfang April bis Juni zu hören.

Erdkröten werden bis zu 40 Jahre alt

 

In relativ kurzer Zeit finden sich Erdkröten in großen Massen an den Laichgewässern ein. Die Männchen sind durch ihren Lockruf "öäck, öäck" weithin hörbar.

Tricks und Gifteinsatz zur Abwehr gegen Feinde

 

 

 

 

 

 

Die Erdkröte macht sich groß, indem sie den Körper mit Luft aufbläht und mit den Beinen von der Erde abhebt. Dies wirkt manchmal sogar gegen Ringelnattern!

Über den ganzen Körper, besonders aber am Kopf, sind Giftdrüsen ("Ohrdrüsen") verteilt.

Wenn der Krötenregen einsetzt . . .

 

 

 

Die Eier beider Krötenarten werden in Laichschnüren an Wasserpflanzen geheftet. Die Kaulquappen sind relativ klein und zeigen ein ausgeprägtes Schwarmverhalten, das dem Schutz vor Fressfeinden dient. Nach zwei bis drei Monaten wandern hunderte Jungtiere gleichzeitig in der Dämmerung in die umliegende Landschaft – diese Erscheinung wird "Krötenregen" genannt.

. . . und es dunkel wird

 

 

Die Kröten gehen in der Nacht auf Beutesuche. Besonders schlaue Erdkröten sitzen allabendlich neben dem Mast der Gehsteigbeleuchtung, unter Haus- und Hoflampen oder neben den solarbetriebenen Gartenleuchten und warten bis die vom Licht angezogenen Insekten kommen bzw. auf den Boden fallen.

Warntarnung: Gelbbauchunke wirft sich bei Gefahr auf den Rücken

 

 

Die Unken haben eine graubraune Oberseite mit zahlreichen Warzen (krötenähnlich) und eine schwärzliche bleigraue Unterseite mit auffälligen gelben bis orangefarbenen Flecken: Warntracht. Die tag- und nachtaktiven Tiere leben in allen Gewässern, sogar in Lachen von Fahrzeugspuren. Mit weit ausgestreckten Hinterbeinen ruhen sie an der sonnigen Wasseroberfläche und tauchen bei Gefahr in den Bodenschlamm ab. Den Unken fehlt die Schallblase. Ihr unverwechselbarer klangvoller Ruf "uuu – uuu – uuu " in Abständen von ca. einer Sekunde wird auch "Unkenläuten" genannt. Bei Gefahr werfen sie sich auf den Rücken, Unkenreflex genannt, und signalisieren Feinden Giftigkeit oder Ungenießbarkeit und sondern aus Hautdrüsen ein Sekret ab, das die Schleimhäute reizt.

Ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand können Sie in Ihrem Hausgarten unter einem Obstbaum ein Biotop schaffen: Eine kleine Wanne mit flachem Rand im Halbschatten in der Erde eingegraben - gefüllt mit Wasser, etwas Erde, einigen Steinen, trockenem Laub und einem grünen dünneren Weidenast, der über den Rand hinausragt, - wird schon nach wenigen Wochen von Gelbbauchunken angenommen. Die kleinen frechen "Mitbewohner" ernähren sich von Würmern, Nacktschnecken und Wasserinsekten, bleiben jahrelang an einem Ort und erreichen ein Alter von ca. 20 Jahren.



Gelbbauchunke beim Sonnenbad im Wasser in ihrer Wohnung: flacher Wasserbehälter unterm Obstbaum

 

 

Schwanzlurche

Mit einem langgestreckten Körper und vier in etwa gleich langen Beinen bewegen sich Schwanzlurche an Land laufend fort. Die Kiefer sind mit Zähnen ausgestattet. Den überwiegend nachtaktiven Molchen und Salamandern fehlen Trommelfell und Mittelohr. Der Geruchsinn dürfte eine größere Rolle spielen als bei den Fröschen, Unken und Kröten. Bei feuchtwarmer Witterung sind sie auch tagsüber zu sehen.

Die Larven haben äußere Kiemenbüschel und ernähren sich ausschließlich von tierischer Kost: Kleinkrebse (Wasserflöhe, Bachflohkrebse), Insektenlarven, Amphibienlaich und Amphibienlarven. Kannibalismus möglich! Anders als bei Kaulquappen erscheinen bei den Molchlarven zuerst die Vorder-, dann die Hinterbeine. Der Schwanz bleibt ihnen am Ende der Entwicklung als praktische Schwimmhilfe erhalten.

 

Teichmolch

 

 

Der schlanke und feingliedrige bis zu 11 cm lange Molch wird 25 Jahre alt.

 

 

Feuersalamander

Die glatte, tiefschwarze Haut des Feuersalamanders ist mit gelben bis orangefarbenen kleineren und größeren unregelmäßigen Flecken übersät. Da kaum ein Tier dem anderen gleicht und sie sehr standorttreu sind, können sie leicht unterschieden werden.

Die Winterquartiere (Bodenspalten, Baumstümpfe und Erdhöhlen) werden Ende Oktober/Anfang November aufgesucht.

Der Feuersalamander ist lebend gebärend: Nach der Paarung trägt das weibliche Tier etwa acht bis neun Monate die Embryonen in Eihüllen aus. Während der Geburt platzen die Eihüllen und die Jungen entweichen ins Wasser. Die Metamorphose ist nach ca. zwei Monaten abgeschlossen.

Ausgerüstet mit seiner "Warntracht" und den Hautdrüsensekreten hat der ausgewachsene Feuersalamander keine natürlichen Feinde zu fürchten und wird ca. 35 Jahre alt. Jungtiere fallen Laufkäfern und Wasserspitzmäusen zum Opfer.

 

 

 

Text und Fotos: Franz Lex, This email address is being protected from spam bots, you need Javascript enabled to view it

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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